Das Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Bronze (Mit Video)

Ein wichtiger Schritt in der Ausbildung in Baden-Württemberg

Ehrlich gesagt wusste ich vor ein paar Monaten noch gar nicht so richtig, was mich bei der Leistungsabnahme in Bronze eigentlich erwartet. Klar, die älteren Kameraden hatten immer mal wieder davon erzählt, von diesem einen Tag, an dem alles sitzen muss, von den Wertungsrichtern, die jeden Handgriff unter die Lupe nehmen, und von diesem Druck, der plötzlich da ist, obwohl man doch eigentlich nur das macht, was man wochenlang geübt hat. Aber so richtig begreifen tut man das erst, wenn man selbst drinsteckt. Und jetzt, wo ich das Abzeichen in der Hand habe, kann ich sagen: Es war einer der intensivsten und gleichzeitig lehrreichsten Momente in meiner bisherigen Feuerwehrzeit – und zwar aus ganz anderen Gründen, als ich dachte.

Die Vorbereitung hat schon Wochen vorher angefangen und das war erstmal eine ziemliche Umstellung. Auf einmal hieß es nicht mehr „mal eben schnell Löschangriff üben“, sondern jeder Schritt wurde seziert, jeder Handgriff bis zur Perfektion wiederholt, bis er wirklich im Schlaf saß. Das war manchmal zäh, ich sag’s ganz ehrlich. Gerade wenn man abends nach der Arbeit noch auf den Hof kommt und weiß, dass jetzt wieder die gleiche Leitung gelegt wird wie die letzten fünf Male, dann braucht es schon ein bisschen Disziplin. Aber rückblickend war genau diese Zeit das eigentlich Wertvolle. Nicht nur, weil die Technik besser wurde, sondern weil wir als Gruppe richtig zusammengewachsen sind. Man fängt an, sich blind zu vertrauen, man weiß, wer wann welchen Handgriff macht, und vor allem merkt man, dass keiner den anderen hängen lässt, wenn mal was nicht klappt. Dieses Gefühl, Teil von so einem eingespielten Team zu sein, das kann man nicht üben – das muss man erleben.

Dieses Jahr hatten wir dann die besondere Situation, dass wir mit zwei Teams angetreten sind, und das hat mir die Chance gegeben, die ich so nie erwartet hätte: Ich konnte selbst aktiv mitlaufen und gleichzeitig den Durchlauf der anderen Gruppe filmen. Das war eine krasse Doppelrolle, ehrlich. Einmal mittendrin im eigenen Stress, den Puls auf 180, jeder Muskel angespannt, weil man genau weiß, jetzt zählt jede Sekunde – und dann direkt danach mit der Kamera danebenstehen und beobachten, wie die Kameradinnen und Kameraden dasselbe durchmachen. Diese beiden Perspektiven haben mir nochmal viel deutlicher gezeigt, wie unterschiedlich so ein Ablauf von innen und von außen wirkt. Von drinnen fühlt es sich an wie ein einziger großer Wirbel aus Befehlen, Wasser und Adrenalin; von draußen sieht es plötzlich viel ruhiger und kontrollierter aus, obwohl es das überhaupt nicht ist. Dass ich beides festhalten konnte, war ein riesiges Glück, und ich bin wirklich dankbar, dass das Team das mitgetragen hat, denn ohne deren Unterstützung hätte ich diese doppelte Perspektive niemals einfangen können.

Der Prüfungstag selbst war dann nochmal ein ganz eigenes Kapitel. Ich dachte ja, ich sei gut vorbereitet, aber als die Wertungsrichter dann wirklich da standen und jede Bewegung beobachtet haben, merkt man plötzlich, wie viel Kopfkino man sich selbst macht. Da hilft dann auch die beste Übung nichts, wenn in dem Moment das Hirn kurz aussetzt, weil man sich zu sehr unter Druck setzt. Aber genau das ist der Punkt, an dem die Teamarbeit zündet. Du hast vielleicht kurz einen Hänger, aber der Kamerad neben dir ruft dir was zu, gibt dir den nächsten Befehl, und ehe du dich versiehst, läuft es wieder wie geschmiert. Dieses Zusammenspiel aus Anspannung, Konzentration und dem Gefühl, dass da fünf andere sind, die genauso wollen wie du – das macht den Tag so besonders. Und als dann nach der letzten Übung die Abzeichen überreicht wurden, war da nicht nur Erleichterung, sondern dieser ganz tiefe Stolz, der sich nicht mit Worten richtig beschreiben lässt. Man hat es geschafft, gemeinsam, trotz aller Zweifel und des ganzen Drucks.

Was mir im Nachhinein aber am meisten klar geworden ist: Dieses Bronze-Abzeichen ist viel mehr als ein kleiner Anstecker oder ein Eintrag in der Laufbahn. Klar, es ist offiziell der erste Meilenstein in der feuerwehrtechnischen Ausbildung, und ja, es zeigt, dass man die grundlegenden Techniken wirklich beherrscht. Aber was viel länger nachwirkt, ist das Gefühl, das sich in den Wochen davor aufgebaut hat. Die Routine, die man sich erarbeitet hat, macht einen einfach sicherer im Umgang mit dem Gerät, keine Frage. Aber viel wichtiger ist doch dieser unbändige Zusammenhalt, der entsteht, wenn man gemeinsam durch so eine Prüfung geht. Man weiß jetzt nicht nur theoretisch, dass Feuerwehr Teamarbeit ist – man hat es hautnah erlebt, mit allen Höhen und Tiefen. Und wenn ich heute auf den Hof komme, habe ich nicht nur mehr technisches Wissen im Kopf, sondern vor allem dieses Vertrauen in die Leute neben mir, das man für keinen Preis der Welt eintauschen würde. Wer diese Prüfung durchläuft, trägt am Ende nicht nur ein Abzeichen nach Hause, sondern ein ganz neues Verständnis davon, was es heißt, Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu sein – und das ist am Ende das, was wirklich zählt.

Das Leistungsabzeichen in Bronze ist ein unverzichtbarer Bestandteil der feuerwehrtechnischen Ausbildung in Baden-Württemberg. Es verbindet fachliches Können, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist in idealer Weise. Für uns war die Teilnahme mit zwei Teams ein besonderes Erlebnis, das nicht nur fachlich bereichert hat, sondern auch menschlich. Ob als Teilnehmender oder hinter der Kamera: Dieser Tag war ein wichtiger Schritt – für die persönliche Entwicklung und für die gesamte Mannschaft.